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Sie kamen aus dem Wasser

Ich bin Killian. Ich habe eine Mission. Ich muss tun, was der General und die Zentralmutter mir befehlen. Dieses Wasser und was darin vorgeht, stellt eine Gefahr dar. Ich bereite mich darauf vor, weil sie sich darauf vorbereiten. Die Monster bereiten sich auch darauf vor. Die Monster werden uns angreifen, obwohl wir nichts getan haben. Die Monster sind nichts anderes als Tiere, das hat man mir gesagt und das glaube ich. Proqswāta war sehr alt. Dalniwalē lebte schon ewig. Seit dem Anfang der Zeit bewohnte sie den Rand ihrer Welt. Am Rand dieses Sees wohnte er seit seiner Kindheit. Er war Fischer. Sie gehörte zur grössten Spezies, die es gab. Die anderen nannten sie Riesen. Das war einst ein lukrativer Beruf. Seit der See vergiftet wurde, lebten sie jedoch von Proqswātas Erspartem. Sie selbst hatten sich niemals eine Bezeichnung gegeben. Neben ihrer Art, ganz in der Nähe wohnten die friedlichen Stadtbergbewohner. Einige Familien, die fast so zurückgezogen wie Proqswāta lebten. Eine Spezies mit fünf Geschlechtern, die in grossen, wild organisierten Familien lebten. Bleskfala und Dũrwind befanden sich auf der anderen Seite des Übergangs, der Grenze. Zuerst Flüchtlinge, dann Gefangene und wieder Asylsuchende. Bleskfala kam aus dem Tümpel. Dũrwind aus dem Himmel. Ihre Familien waren inzwischen tot. Bleskfala war die letzte Überlebende ihrer einst fast vollständigen Beziehung aus vier. Eine junge Familie, sie hatten Kinder. Bleskfala Fünf. Dũrwind und seine Frau hatten zwei. Von jedem Geschlecht eines. Jetzt warteten sie auf ihren eigenen Tod. Dalniwalē und Proqswāta mochten diese Tiere, diese Leute und hatten auch regen Kontakt mit einigen wenigen, die bei ihr in der Nähe wohnten, die ihn ab und zu besuchten. Dann gab es noch die Soldaten, Kriegerdrohnen. Sie waren den Stadtbewohnern nicht unähnlich, konnten mit Ihren Anzügen jedoch fliegen und besassen keine Namen, kein Geschlecht mehr. Sie wurden irgendwo zentral ausgebildet, hergestellt. Im Zentrum der Hauptstadt würden sie offenbar geboren, aber Proqswāta und Dalniwalē wussten das nur vom Hörensagen. Sie hassten diese Kriegerspezies Militär so sehr, die waren für alles Schlechte in dieser trüben getrübten Welt verantwortlich. Ich habe eines dieser Monster gesehen, es war abscheulich und in seinen schrecklichen Augen glimmte nichts als Hass und Wut. Womöglich sind sie keine Tiere, aber sie sind auf jeden Fall unsere Feinde.

Nach dem Verlassen ihrer Heimat, hatte Dalniwalē Proqswāta, ein freundliches Monster, sie bei sich wohnen lassen. Ein Kind und ein Partner, Dũrwinds Frau lebten damals noch. Alle anderen, ihr anderes Kind war vorher gestorben. Dalniwalē Proqswāta war so gutmütig und verstand nicht, warum die anderen Monster einen Krieg wollten. Dalniwalē Proqswāta fühlte sich schuldig, verarztete so gut es konnte das kranke Kind. Diese andere Welt tat Ihnen nicht gut. Selbst durch die Schutzanzüge hindurch, wirkte alles leicht toxisch. Trotz aller Versuche starb das Kind. Bleskfala und Dũrwind konnten nicht an diesem Ort bleiben. Sie verabschiedeten sich auch von ihrem letzten, übrigen Kind und flohen weiter. Ich lege meine Rüstung an. Drücke die matte, rote Startschuppe auf meinen Rücken, ziehe die bläulich glänzenden Aktivierungsringe über meine Oberschenkel und an meine Schultern und aktiviere sie. Das Material sticht mir in die Haut, die Schmerzen sind unerträglich. Ich spüre, wie die Drähte und Gräten unter meiner Haut die Arme und Beine entlang spriessen. Ich habe Angst, wird mich diese Tortur töten? So lange Dalniwalē zurückdenken konnte, seit Proqswātas Jugend, lebte sie mit ihrem Partner und er mit seiner Frau zusammen. Sie existierten beide gleich lange, wurden beide am See geboren und verliebten sich. Es ergab sich eben einfach so. Beide waren sehr gute Partner. Unglaublich loyal, treu und unterhaltsam. Mit ihnen wurde es weder Dalniwalē, noch Proqswāta jemals langweilig. Oft hielt er sich selber für unwürdig, eine solch wunderbare Frau seine Partnerin nennen zu können, zu dürfen. Sie hingegen fragte sich oft, ob sie ein solches Glück überhaupt verdient hatte. Sie liebten sich und lebten von den Einnahmen aus der Fischerei, den nahrhaften Schleimwolken die stetig vorbeizogen. Ihr Partner, seine Frau, war immer sehr aufgeweckt, interessiert und abenteuerlustig gewesen. Ein Forscher und eine Forscherin. Als die Fische auszusterben begannen und dieses SmartPaper aus dem Wasser fiel, war er einer der Ersten, die es zu lesen begannen und sie eine der Wenigen, denen das auffiel. Er war der Entdecker der Sprache doch niemand hörte auf ihn. Natürlich hörte niemand auf die kritischen Stimmen. Vor allem, weil man auch nicht ausmachen konnte, woher das SmartPaper ursprünglich kam und was eigentlich das Problem war. Laut denen, die etwas zu sagen hatten - dem Kriegervolk, dem Militär - gab es kein Problem und es kam von ihrer Zentrale. Meine Haut platzt auf, doch es spritzt kein Blut. Feine, blaurote Metallplättchenschuppen stechen hervor und umschlingen meine Gliedmassen. Die Angst wird grösser, die Gräten und Drähte erreichen meine Wirbelsäule, meinen Zentralstrang und schnellen daran hoch. Schmerzen habe ich nun keine mehr. Ich fühle gar nichts mehr. Die Schuppenplatten umgeben meinen Kopf, ich kann nicht mehr atmen. Die Drähte, Gräten verbinden sich mit meinem Gehirn. Ich kann wieder atmen und verstehe nun alles. Erst jetzt bin ich Killian. Ich muss nicht mehr tun, was mir die Zentralmutter und der General befehlen, ich tue es einfach. Kein Kilometer vom Haus von Dalniwalē Proqswāta entfernt, sprang eines dieser Monster hinter einem Steingebüsch hervor, schrie Unverständliches und ermordete Bleskfalas letzten Gefährten und Dũrwinds Frau. Weder Dũrwind noch Bleskfala überlegten noch lange, und stiessen seine Klinge und alle vier oberen Gliedmasse in dieses Monster. Es war sofort tot. Sein Blut blaurot. Genauso rotblau, wie die Rüstungen der Invasoren. Dieses Monster trug jedoch keine. Waren sie nun selber eines dieser Monster?

Über die Jahre verfärbte der See und etablierte sich die Sprache. Sie wurde zum Standart, er wurde rötlich. Alarmierend Rot und hochgradig giftig. Doch selbst als sich niemand mehr übe die Herkunft des SmartPapers fragte und alle Fische schon tot waren, sie das Wasser aus dem See nicht mehr konsumieren konnten, forschten Proqswātas Frau und Dalniwalēs Partner weiter. Es war zwar alles verloren und würde sich niemals mehr erholen, der Gesellschaft nichts bringen. Dennoch hielten sie es für nötig, die Ursache zu finden, die Herkunft zu kennen. Eines Morgens fand Proqswāta ihre Leiche, Dalniwalē seinen toten Röhrenkörper im seichten, über den rauen Felsenboden Strandwasser verteilt liegen. Sie wiegten langsam und starr mit den Wellen, der Strömung. Dalniwalē und Proqswāta versuchten sie zu bergen, wiederzubeleben, ihn zu heben, zu reaktivieren. Diese Farbe war so grell, so anders, dass man sie eigentlich schon von weitem sah. Aber die Monster waren schnell, gewieft und konnten sich auf beiden Seiten gut Verstecken. Es musste nur dunkel, gross oder verschwommen genug sein. Das metallene, knochige Gerüst umgibt mich. Beschützt mich. Ich bin das Gerüst. Es wird Zeit, anzufangen. Alle anderen sind auch bereit. Auch sie sind Killian. Ich weiss nicht mehr, woher ich komme. Ich weiss nur noch, wohin ich gehe. Zum Wasser. Nichts steht mehr zwischen uns und dem Krieg. Nichts mehr zwischen mir, Killian, und meiner Rache. Nichts, ausser dem Countdown. Es ist wichtig, alles koordiniert zu tun. Man kann nicht in den Krieg ziehen, wenn es einem passt und man denkt, die Zeit ist reif. Nein, die Zeit weiss selbst, wann sie reif ist und sagt es mir. Sagt es uns. 10 Sekunden. Ich prüfe noch einmal meine Waffen. 5 Sekunden. Ich aktiviere meine Flugmotorik und flattere mit meinen Lamellen. Null. Wir fliegen los. Sie waren clever, unglaublich clever. Sie waren aggressiv und für den Kampf ausgerüstet. Wussten genau, was auf der anderen Seite auf sie zukam. Die Rüstung metallisch und organisch, kaum zerstörbar. Es war zu spät. Ob sie ins Wasser gefallen waren oder hinein geschaut hatten, davon in der Not geschluckt und deshalb vergiftet worden waren, konnten sie nie herausfinden. Die Befürchtung, dass sie ins Wasser geschubst worden war oder etwas von oben ihn ins Wasser gelockt hatte, liessen sie jedoch niemals gänzlich los. Alle Aufzeichnungen hatte sie niedergeschrieben und in einem Ausbruch der Wut, des Hasses auf diesen See und die Verantwortlichen warf er alles ins Wasser und schaute zu wie das SmartPaper seiner Frau versank. Lange Zeit fand sie keine Ruhe, konnte aber aufgrund ihrer fixen Position nichts tun, niemanden anklagen, keine Ursache suchen. Dalniwalē war sich sicher, etwas von oben, von aussen hatte ihn getötet.

Der Rand kommt näher. Wir fliegen unter der Wellen- und Schallgrenze, denn es ist nicht weit. Die strahlende, glitzernde, rotblaue Oberfläche kommt immer näher. Ich fliege an einem Riesen vorbei über ein kleines Haus am See. Sie schaut mich erstaunt an. Es muss verlassen sein. Obwohl die Rüstungen fast nicht zerstörbar waren, starben immer wieder Soldaten. Auch die, die keine Monster waren. Dieser Umstand kam den Fliehenden zu Gute. Als Dũrwind und Bleskfala bei Proqswāta Dalniwalē ankamen, lagen dort in einem Zimmer viele zerstörte Rüstungen. Einige waren nur leicht leckgeschlagen und konnten noch immer gebraucht werden. Bei Proqswāta Dalniwalē konnten sie sich vorerst verstecken und ihren Verlust verarbeiten. Auf dem Weg zu Proqswāta Dalniwalē hatten sie alles verloren. Ihr Hab und Gut. Ihre Würde und das Leben ihrer Geliebten. Ihrer Tochter. Die roten Monster nahmen Dũrwinds, die Blauen Bleskfalas Kinder gefangen und ermordeten viele andere, zwei ihrer Partner bestialisch. Einer ihrer Partner, Dũrwind und Bleskfala, seine Frau kamen gerade noch so davon. Während sie flohen, hörten sie die Schreie der Gefangenen. Auch die Kinder würden nicht überleben. Dũrwind und Bleskfalas Partner wollten zurück. Sie konnten nicht zulassen, was mit ihren Kindern passieren würde. Die Frauen versuchten sie davon abzuhalten, schafften es aber nicht. Viele Jahre vergingen und die Luft wurde immer nahrhafter, der Zustand des Sees wurde immer schlimmer. Die Umgebung, das Wasser wurde so trüb, dass sie den Himmel nicht mehr und er kaum mehr 20cm in die Tiefe sehen konnte. Eines Morgens, als er wie immer auf seine Veranda ging, nahm sie all ihren Mut zusammen, streckte sich so weit sie konnte und ihm gefror das Blut in den Adern. Sie stiess durch den Himmel ins Wasser. Die andere Seite war so anders als ihr Zuhause, so leer. Die Luft war extrem dünn, dennoch konnte Dalniwalē sie atmen. Sie konnte sehr weit sehen, viel weiter als unterhalb der Grenze. Weit entfernt sah sie weisse Klumpen vorbeiziehen, die sie an ihre Schleimwolken erinnerten aber wenig Nahrhaft aussahen. Auf dem See schwamm ein grosser, hellrosa Klumpen aus irgendwas. Ein Geräusch hinter ihr, sie drehte sich und ihr gefror das Blut in den Adern auch. Vor dem Konstrukt, das kantiger und symmetrischer war, als alles was Dalniwalē kannte stand ein unförmiges Ding. Es sah organisch und nahrhaft aus, womöglich ein Klumpen schleimiger Schlamm vom Boden des Sees. Proqswāta stellte sich vor, dass sich in diesem Gebilde irgendwie Gas angesammelt haben musste, was ihm den Auftrieb gab. Doch dann bewegte es sich, drehte sich und sowie Dalniwalē als auch Proqswāta verloren fast das Bewusstsein. Dieses tumorähnliche, fremdartige Ding hatte so etwas wie Augen, so etwas wie einen Mund. Es waren kaum mehr als seltsame Löcher und trotzdem eindeutig als Gesicht erkennbar. Das Monster hatte sich offenbar auch erschrocken und «oh mein Gott» gesagt. «Das Monster kann sprechen und es spricht dieselbe Sprache wie wir?», dachten Proqswāta und Dalniwalē. «Ich habe mich so lange gefürchtet», sagte sie. «Das freut mich», sagte er. Verzweifelt und allein versteckten sie sich in einem Gebüschstein. Sie waren sicher, nun ihre ganze Familie verloren zu haben und rangen mit der Frage, ob sie nun weitergehen oder sich vor die nächsten Monsterklauen oder den nächsten Säbel schmeissen sollen. Kurz bevor sie sich für das freiwillige Aufgeben, den sicheren Tod, die Erlösung entschieden hatten, sahen und spürten sie es. Ihr Partner Dũrwind und zumindest eines ihrer Kinder schlichen an ihnen vorbei. Er hatte es geschafft. Sie umarmten sich fast freudig und schlichen weiter bis sie endlich Proqswāta Dalniwalē erreichten. Ich fühle und meine Sensoren zeigen an, dass unten oben im Wasser eine Armee Monster auf uns zufliegt, kurz davor auf unsere Seite durchzubrechen. Das werde ich nicht zulassen. Doch noch bevor ich ins Wasser tauche, sehe ich bereits die ersten Monster aus dem Wasser schiessen. Ist es schon zu spät?

Das Monster lebte im Wasser und hatte vor Jahren seinen Partner verloren. Genau wie Proqswāta und Dalniwalē. Es war sehr freundlich, obwohl Dalniwalē es Proqswāta und sein Volk lange für den Tod seines, ihres Partners verantwortlich machte. Doch es Proqswāta hatte damit nichts zu tun, auch sein toter Partner, seine Frau nicht. Sie erinnerten sich, wie sie ihm einst von der Entstehung neuen Lebens auf dem Grund des Sees und er ihr von anderem Leben ausserhalb berichtete. Beide waren höchst erfreut gewesen, Proqswāta und Dalniwalē hatten angenommen, es handelte sich um Pflanzen. Im See und im Himmel wimmelt es nur so von diesen Wesen. Schreckliche, unförmige Insekten, Gallertklumpen. Vierzwei Arme, vielezwei Beine. Waffen mit Klingen brauchen sie nicht, ihre Klauen sind scharf, lang und dennoch beweglich genug, um damit Nur eine Klinge haben sie, um mit der anderen Klaue … eine Strahlenwellenwaffe zu tragen. Ich trage auch eine Wellenstrahlenwaffe, doch sie scheint im Wasser nicht so gut zu funktionieren. Treffe ich eines der Monster, wird es zwar verletzt, doch die Reichweite ist sehr gering. Ihre Waffen sind so stark, ich muss aufpassen. Kurz nach der Invasion hatte Ihnen ein anderer Flüchtling von Proqswāta Dalniwalē erzählt. Dieser hatte schon am Tag des Angriffs seine Familie verloren und starb auch selber kurz darauf. Wahrscheinlich an inneren Verletzungen, einer Vergiftung. Er selbst hatte auch nur über jemand anderes von Proqswāta Dalniwalē erfahren und glaubte die Geschichte eigentlich nicht. Weder gibt es Riesen, noch leben Fischer an vergifteten Seen! Doch dies war der einzige Strohhalm, den sie hatten. Wo sonst, hätten sie hingehen können? Dazu kam, dass man von ihrem Zuhause aus auf den See und in die Berge sehen und dort auch schemenhafte, riesige Bewegungen und ein kleines Häuschen ausmachen konnte. Ich nehme meine Klinge und greife sie direkt mit meinen scharfen, oberen Gliedmassen damit an. Damit rechnen sie nicht und wenn ich sowieso in ihre Nähe muss… Wir sind keine gedankenlose, mordende Monster, wir haben immer einen Plan. Proqswātas Frau, der Partner des Monsters, liebte das Leben und hätte niemals eines auslöschen können. Das Monster Dalniwalē glaubte dem Monster Proqswāta und freundete sich bald mit ihm an. Daraufhin trafen sie sich fast täglich, tauschten Wissen und Geschichten über ihre Leben aus. Sie waren so verschieden und doch in der Seele gleich. Ein Mensch, ein Riese und ein riesiges, kleines geschwulstiges Mehrgliederschlangenwesen aus dem Wasser. Trotz ihrer Verbundenheit ging es lange, bis Dalniwalē und Proqswāta den Gedanken «mit einem Monster» zu sprechen abschütteln konnten. Von einem Tag auf den anderen wurde das Wort Monster jedoch ersetzt und wurde zu Freund.

Es war ein wunderschöner Tag gewesen. Der letzte schöne Tag vor dem Krieg. Der letzte Tag vor dem Krieg. Dũrwind arbeitete gerade vor dem Haus, Bleskfala im Garten und genossen die frische, dicke Luft, als ihm dieser seltsame Ton auffiel und ihr bis auf die Knochen durch den Körper fuhr. Es war extrem laut, ein leises Summen und sehr weit entfernt. Sie drehten sich nach dem Ton um und sahen die kleinen rotblauen Punkte am Himmel im Tal aus dem Wasser schiessen. Natürlich dachten sich beide nichts dabei, es gab keinen Grund eine Bedrohung zu befürchten. Als sie blaurote Punkte zur rauen See hinabstürzen und dem ebenso rauen Firmament hochfliegen sahen, wussten sie, dass etwas nicht stimmte. Viel zu bald darauf kam der Tag. Aus der Ferne hörte Proqswāta und fühlte Dalniwalē dieses markante, typische Brummen und Zischen. Sie hatten es öfters gehört, wenn die Kriegerspezies Soldaten über sein Haus, den See und an ihren Klippen vorbei flogen. Dieses Mal war es aber anders. Es war kein vereinzeltes Zischen oder Brummen in de Nähe. Es waren viele, dutzende, hunderte in weiter Ferne. Es waren so viele, so stark, dass Dalniwalē und Proqswāta sie hören und fühlen konnten, obwohl sie sie noch nicht mal sahen. Er drehte sich nach dem Geräusch um, sie tauchte danach ab und sahen schockiert, wie eine riesige, blaurote Soldatenkriegerwolke im Schwarm wie Insekten auf sie zuflogen. Was das zu bedeuten hatte, wussten beide nicht. Dennoch wollten sie ihren Freund warnen. Dieser war aber verschwunden. Proqswāta und Dalniwalē waren irgendwie froh, hatte er sich in Sicherheit gebracht. Wenige Augenblicke später flogen die Kriegersoldaten über seinen Kopf hinweg an ihr vorbei und stachen direkt ins Wasser. Im gleichen Moment strömte eine ebenso grosse Armee rotblauer, kleiner Insektenartiger Monster die Dalniwalēs Freund glichen aus dem See. Ich gruppiere mich mit anderen Kriegersoldaten. Nehme Monster gefangen. Töte sie. Sie haben es nicht verdient, zu existieren. Dieser Krieg ist eine Notwendigkeit. Ich spüre einen Schock und drehe mich um. Eines der Monster hat mich mit seiner Waffe getroffen. Ich weiss ich werde sterben. Meine Rüstung stirbt ab. Ich sterbe ab. Meine Gliedmassen sterben, verschwinden. Nur die leere Hülle der Rüstung wird übrig bleiben. Keine Schmerzen. Mein Körper verschwindet, ich existiere noch. Der Schmerz kommt, als diese ätzende Masse, dieses schillernde Licht meinen Rücken und Hals angreift. Alles verschwindet. Der Grund für den Krieg verschwindet. Die Verbindung zu meiner Art verschwindet. Killian verschwindet. Wer bin ich? Was bin ich? Bin ich? Keine Stunde später schwebten die ersten toten Soldatenkrieger noch immer ihre blauroten Rüstungen tragend langsam auf den Boden, wurden ans Ufer gespült. Wenige Tage danach erreichten Dalniwalē und Proqswāta die ersten Flüchtlinge. Ein Ende des Krieges kam jedoch nicht. Die Kriegerspezies das Militär war niemals grundlos aktiv. Der laute Ton, das Summen kam immer näher, wurde bedrohlicher. Doch erst als das Haus ihres Nachbarn, ein riesiger Fels neben seinem Haus abbrach, in einem hellen Blitz nihilierte, wussten sie, was los war. Sie schrieen, riefen nach ihren Familien, trommelten alle zusammen. Sie mussten fliehen. «Wer sind die? Woher kommen Sie?» fragte eines der Kinder. Bleskfala und Dũrwind schüttelten den Kopf. «Ich weiss nicht», sagten sie verzweifelt und abwesend, während er an jeder Hand ein Kind zu retten versuchte und sie mit all ihren Händen zu retten versuchte, was es zu retten gab. Hinter ihnen implodierte der Berg, explodierte die Stadt, ihr Leben. Dũrwind und Bleskfala drehten sich nach ihrem Zuhause um und konnten nur noch seine Auslöschung mitansehen. «Ich weiss nicht, was das für Monster sind. Sie kamen aus dem Wasser!»